Kubas medizinischer Internationalismus – 70 aufmerksame Zuhörer im UKE

Es war ein Wagnis. Eine Kuba-Solidaritäts-Veranstaltung in einem Krankenhaus? Die Kritischen Mediziner am Universitätskrankenhaus in Eppendorf und Cuba Sí Hamburg hatten dorthin die Veranstaltung mit Dr. Graciliano Díaz Bartolo aus Santiago de Cuba verlegt. Es war ein großer Hörsaal und die Zuhörer verteilten sich entsprechend, aber immerhin waren unerwartet viele, nämlich 70 Teilnehmer gekommen. Der Mediziner, der der Einsatzbrigade für Katastrophenfälle Henry Reeve angehört und in Guinea im Kampf gegen Ebola leitend tätig war, beeindruckte seine Zuhörer mit seiner bescheidenen aber bestimmten Art, mit der er die Rolle Kubas bei der Eindämmung des Virus und damit der Gefahr für die Menschheit darstellte. Besonders als er erzählte, mit welcher Arroganz und Ignoranz die westlichen Organisationen dem medizinischen Personal Kubas bei seinem Einsatz begegneten. Da ist es gut zu hören, dass die Organisationen der Vereinten Nationen dem kleinen Land gegenüber mit großer Achtung begegnen. Und es kamen viele Nachfragen, warum ausgerechnet Kuba so viel Erfolg bei der Behandlung der Seuche hat. Es käme auf die Haltung den Menschen gegenüber an, so Dr. Díaz Bartolo. Aufmerksamkeit, eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe, menschliche Teilnahme – die gesamte Psyche sei wichtig. Aufklärung und sich mit Disziplin vor der Ansteckung zu schützen ebenso.
Bei seinem Aufenthalt in Hamburg nahm Dr. Díaz Graciliano auch an einer Ausstellungseröffnung "Kuba – im Sommer vor dem Aufbruch" im Kulturladen St. Georg teil, in Begleitung von Volker Hermsdorf, Verfasser mehrerer Bücher über Kuba, und seiner Frau Lázara. Er sei erfreut, so der Mediziner, dass in Deutschland auch positiv über Kuba berichtet werde. Und die Ausstellungsmacher bestätigten, dass sie bei ihrem Besuch von dem Virus Kuba infiziert worden seien.

Brigitte Schiffler, Cuba Sí Hamburg

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