Kuba entwickelt nationale Alternativen zu Facebook und Twitter

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Havanna. Auf in Kuba immer wieder beklagte Probleme und Unregelmäßigkeiten bei der Nutzung von sozialen Netzwerken im Internet wie Facebook und Twitter hat das Entwicklerteam CubaVa mit der Schaffung alternativer Programme reagiert.

Die landeseigenen Netzwerke “Tendedera” und “Reflejos” erfreuen sich steigender Beliebtheit. Sie bieten den Nutzern zahlreiche Möglichkeiten, wie Musik-, Bild- oder Videofunktionen. Trotz der Tatsache, dass weiterhin die meisten Kubaner keinen heimischen Internetanschluss haben, bieten diese Varianten die Möglichkeit, sich mit Verwandten und Freunden stärker zu vernetzen als bisher. Derzeit sind die CubaVa-Programmierer dabei, eine Alternative zu “Twitter” zu schaffen, die kubanische Version soll “Pitazo” heißen.

Laut den Entwicklern sind die Netzwerke nicht als Konkurrenz zu den international beliebten Vorbildern gedacht, sie seien vielmehr als Versuch gedacht, die häufig auftretenden Probleme mit internationalen Netzwerken wie Facebook und Twitter zu umgehen. Beide sind US-amerikanische Unternehmen, welche den Blockadebestimmungen gegen das sozialistische Kuba unterliegen.

Das hatte etwa zur Folge, dass Kubanern zunächst keine Facebookkonten zur Verfügung gestellt wurden. Mittlerweile ist diese Regelung geändert worden, dennoch “verschwinden” häufig Posts auf kubanischen Konten, vor allem an nationalen Feiertagen. Aus diesem Grund sollen die kubanischen Varianten nicht nur eine bessere Identifikationsmöglichkeit für Kubaner bieten, sondern auch verhindern, dass Kubaner “zum Schweigen verdammt” sind, heißt es. Es sei “ein kleiner Schritt in die Zukunft, in der wir unabhängige Technologien haben werden” so Julio César Torres, Hauptentwickler von “Tendedera”.

Nachdem im Januar das Unterseekabel zwischen Venezuela und Kuba vollständig in Betrieb genommen worden war, welches Kuba erlaubt, die Satellitenblockade seitens der USA zu umgehen, scheinen nun die “besseren Kanäle internationaler Kommunikation” zu greifen, von denen Wilfredo Morales, Präsident der Telekommunikationsgesellschaft Kubas, in diesem Zusammenhang gesprochen hatte.

amerika21.de – 4. Januar 2013

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