Pressemitteilung: Mandela, Obama und die MIAMI 5

Rommerskirchen/Essen/Jülich/Bochum, d. 11.12.2013

Leider verschweigen die großen Medien in ihren Nachrufen auf den am 5. Dezember
verstorbenen südafrikanischen Freiheitskämpfer, Nationalhelden und
Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela dessen Unterstützung für das
sozialistische Cuba.
Denn es war dieses Land, das es in den Zeiten des mörderischen Apartheidregimes
nicht bei warmen Worten beließ, sondern dessen Soldaten für die Befreiung des
gesamten südlichen Afrika von dieser Geißel der Menschheit kämpften. Insgesamt
mehrere zehntausend kubanische Internationalisten hatten ab 1975 auf der Seite der
Befreiungsbewegung MPLA gegen eine Intervention Südafrikas im gerade
unabhängig gewordenen Angola gekämpft. Die Niederlage der Rassisten dort öffnete
den Weg zur Unabhängigkeit Namibias 1990 und zur Befreiung Südafrikas. Mandela
selbst würdigte dies 1991 bei einem Staatsbesuch in Havanna: »Lang lebe die
Kubanische Revolution, lang lebe Genosse Fidel Castro! Die kubanischen
Internationalisten haben sehr viel für die Unabhängigkeit, Freiheit und Gerechtigkeit
in Afrika getan. Wir bewundern die Opfer des kubanischen Volkes, die es bereit ist,
im Kampf um seine Unabhängigkeit und Souveränität zu erbringen – gegen eine
brutale imperialistische Kampagne, die die Fortschritte der Kubanischen Revolution
zerstören soll. Es kann keine Kapitulation geben. Die Frage lautet: Freiheit oder Tod.
Die Kubanische Revolution ist eine Quelle der Inspiration für alle freiheitsliebenden
Völker.«
In seiner ersten Reaktion auf den Tod Mandelas äußerte sich der US-Präsident und
Friedensnobelpreisträger Barack Obama wie folgt: »Wir haben einen der
einflußreichsten, mutigsten und zutiefst guten Menschen verloren, die jemals einer
von uns auf Erden treffen wird (…) der Tag, an dem Mandela aus dem Gefängnis
entlassen wurde, gab mir ein Gefühl, wozu Menschen imstande sind, wenn sie sich
von ihren Hoffnungen leiten lassen, nicht von ihren Ängsten. So lange ich lebe,
werde ich tun, was ich kann, um von ihm zu lernen.« (NRZ, 07.12.2013)
Nun dürfte Herrn Obama die Freundschaft von Herrn Mandela zu Cuba nicht
unbekannt sein. Stellt sich der US-Präsident mit seinen Worten zu Mandela nun
zugleich hinter das von seinem Land seit über 50 Jahren mit einer umfassenden
Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade belegte Cuba? Wohl kaum.
Präsident Obama weiß aber auch, dass am 12. September 1998 die fünf
cubanischen Kundschafter Antonio Guerrero, Ramón González, Fernando González,
René González und Gerardo Hernández in den USA festgenommen und dann in
einem Schauprozess in Miami zu exorbitanten Strafen bis zu zwei Mal lebenslänglich
verurteilt wurden. Und dies ausschließlich, weil sie unbewaffnet rechtsextreme
Banden in Miami unterwandert hatten, um ihre Heimat vor weiteren Terroranschlägen
zu bewahren, die von eben diesen Banden organisiert und durchgeführt wurden.
Drei dieser weltweit als CUBAN 5 / MIAMI 5 bekannt gewordenen Cubaner, von
denen immer noch 4 in den USA inhaftiert gehalten werden, hatten in Angola
mitgekämpft und ihr Leben für die Befreiung Südafrikas eingesetzt: Fernando
González, René González und Gerardo Hernández.

Nelson Mandela war 27 Jahre lang inhaftiert. Die vier immer noch in den USGefängnissen
inhaftierten MIAMI 5 sind nun bereits seit 15 ¼ Jahren eingesperrt.
Wie lange soll es dauern, bis Präsident Obama tatsächlich von Nelson Mandela
lernen und diese Cubaner freilassen wird?
Am 07./08. März 2014 wird ein Hearing der »Internationalen
Untersuchungskommission des Falls der „Cuban“ bzw. „Miami Five“« in London
stattfinden (siehe: http://www.netzwerk-cuba.de/event/events/internationaleuntersuchungskommission-
des-falls-der-cuban-bzw-miami-five.html).
Diese Veranstaltung wird u.a. unterstützt von Ramsey Clark, ehem. Justizminister
der USA; Frei Betto, brasilianischer Befreiungstheologe; Prof. Dr. Norman Paech,
Völkerrechtler BRD; Günter Grass, Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger BRD;
John Le Carré, Schriftsteller UK, Jean Ziegler, UN-Botschafter Schweiz u.v.a.
Diese Veranstaltung wird, ganz im Sinne des verstorbenen Nelson Mandela,
eintreten für die sofortige Freilassung der MIAMI 5 und im Rahmen des internationalen Hearings zahlreiche Argumente und völkerrechtlich belastbare
Begründungen für diese Forderung liefern.
Wir ehren den verstorbenen Freiheitskämpfer Nelson Mandela und würdigen sein
Vermächtnis, indem wir uns diesem Anliegen anschließen.
– Petra Grübl, Vorsitzende SoliCuba e.V., Rommerskirchen, http://solicuba.
org/
– Heinz-W. Hammer, Vorsitzender Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V.,
Regionalgruppe Essen, www.cubafreundschaft.de
– Josie Michel-Brüning und Dirk Brüning, Jülich, Solidaritätskomitee Basta
Ya, www.miami5.de
– Dr. med. Klaus U. Piel, Vorsitzender Humanitäre Cubahilfe e.V., Bochum,
http://www.hch-ev.de/

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