Neue Freiräume für Kritik

war ein Interview von Harald Neuber mit Luis Morlote über die Medienpolitik in Cuba betitiel , welches in der medienpolitischen Zeitung der Gewerkschaft ver.di, „Menschen machen Medien“ veröffentlicht wurde und auch in unserer ncn nachzulesen ist, und einen ZDF-Mann veranlasste, Zensur gegen Kuba zu fordern wie Harald Neuber bloggt: https://www.facebook.com/harald.neuber/posts/478514358889136. Hier der Link zu weiteren Leserbriefen: http://mmm.verdi.de/download/data/M_MENSCHEN-MACHEN-MEDIEN_03-2013.pdf#6.
Nachstehende ein Leserbrief von Josie und Dirk Brüning in dieser Sache.

Zu Ihrer/Eurer freundlichen Kenntnisnahme:

——– Original-Nachricht ——–

Betreff: Zu Hd. Herrn Stephan Hallmann, Auslandsjournal, “Neue Freiräume für Kritik”
Datum: Tue, 28 May 2013 13:57:50 +0200
Von: Josie und/oder Dirk Brüning
An:

Ihre Forderung nach Zensur für das Interview von Harald Neuber, erschienen im Internetportal von Ver.di,

“Neue Freiräume für Kritik

Kubas Radios in der Wirtschaftskrise und Zensurvorwürfe”
Sehr geehrter Herr Hallmann,

so sehr wir seinerzeit Ihren Kommentar zum Gedicht von Günter Grass zu schätzen wussten, der sich wohltuend abhob von dem allgemeinen Medienhype, der Günter Grass “Antisemitismus” unterstellte, weil er es gewagt hatte, vor der Unterstützung der kriegerischen Haltung israelischer Politiker zu warnen,
so befremdet sind wir von Ihrer Forderung als Mitarbeiter des “öffentlich-rechtlichen” ZDF-Senders Zensur für Interviews zu fordern, in denen “systemtreue” Kubaner zu Wort kommen dürfen.

Man hat den Verdacht, dass Sie es nicht einmal gelesen haben, weil Sie die Schere bereits im Kopf haben und sich auf eine Argumentation, die auf den völlig anderen Erfahrungen eines ehemals kolonisierten Dritte-Welt-Landes beruht, das sich wohlweislich gegen weitere, diesmal neoliberale Ausbeutung wehrt, das in ständiger Habachtstellung vor Interventionen seines mächtigen Nachbarn sein muss, um bspw. nicht das Schicksal seiner Nachbarinsel Haiti zu erleiden, gar nicht einlassen können, weil sie außerhalb Ihrer erworbenen “Kalten-Kriegsmentalität” liegt.
Welches Demokratieverständnis liegt dieser Haltung zugrunde?

Gemäß unserer marktwirtschaftlich-orientierten Gesellschaft darf im “öffentlich-rechtlichen” Fernsehen für jeden Quatsch geworben werden: “Wegen der Risiken und Nebenwirkungen,  fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker”.

Aber das System eines Dritte-Welt-Landes, das bisher durch die US-Handelsblockade und die zögerliche EU-Haltung, dieses Rigorosum zu umgehen, von den möglichen Vorteilen unserer Marktwirtschaft weitgehend abgeschnitten wird, weil es sich andere Prioritäten wie Gesundheit und Bildung für seine Bevölkerung setzt, soll nicht zu Wort kommen dürfen?

Vergleichen Sie doch bitte dazu, was Günter Grass bspw. in seinem Schreiben an die “Europäische Untersuchungskommission zur Untersuchung des Falls der “Cuban Five” sagt:, s.: http://www.miami5.de/informationen/publizisten-130424.html

Die Berichterstattung über diesen US-Justizskandal scheint im “öffentlich-Rechtlichen” auch der Zensur zum Opfer zu fallen.
Da nützt es nichts, wenn die “UN-Gruppe zu Willkürlichen Inhaftierungen” bereits seit Mai 2005 auf ein faires Verfahren drängt, Amnesty International nach der Anmahnung von Menschenrechten seit 2002 wegen der Verletzung des Besuchsrechts dieser Gefangenen und seit 2010 das juristische Verfahren gegen die fünf Kubaner selbst in Frage stellt, dass mittlerweile 11 Nobelpreisträger, kirchliche Würdenträger, Juristen aus aller Welt, einschließlich den USA, für deren Freilassung eintreten.

Nach dem “Demokratie-Verständnis” des Auslandsjournals im ZDF sind Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen an loyalen Kubanern begangen allem Anschein nach nicht erwähnenswert, so wie in diesem Fall der demokratische Balanceakt der kubanischen Presse, die sich nicht der Diktatur des Marktes unterziehen will.
Wir fordern hiermit – wie die Kubaner – “neue Freiräume für Kritik”.

Mit Dank im Voraus für Ihre Aufmerksamkeit
und freundlichen Grüßen

Josie Michel-Brüning, Dipl. Päd. und system. Familientherapeutin i.R.
Dirk Brüning, Dipl. Ing., wissenschaftl. Mitarbeiter für atmosphärische Chemie, i. R.

 

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Josie Michel-Brüning und Dirk Brüning
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