Ein weiterer Schritt bei der „Informatisierung“ der kubanischen Gesellschaft

Die Anzahl der Internetcafés und der Zugänge erhöhen, um damit neue Möglichkeiten der Netzverbundenheit zu schaffen bis zur Versorgung der Haushalte – das sind für die Zukunftvorgesehene Projekte mit der Absicht, die Dienstleistungen des Internets zu erweitern, betont Etecsa.
Unzählige Kommentare, Nachfragen und Hinweise löste gestern die Meldung von Juventud Rebelde aus über die Erweiterung der Internetdienstleistungen, der Email-Programme und des Surfens im kubanischen und weltweiten Web, die ab dem 4. Juni in 118 Internetcafés im ganzen Land durch das kubanische Telekommunikationsunternehmen Etecsa bereitgestellt werden.
Diese neuen Einrichtungen für die “Informatisierung” der kubanischen Gesellschaft kommen hinzu zu den bereits bestehenden mehr als 200 Internetcafés, die sich überwiegend in den touristischen Einrichtungen des Landes befinden, und zu den bereits existierenden Möglichkeiten der Nutzung nationaler und internationaler Email-Programme in den Filialen der kubanischen Post. Dennoch ist diese neue Maßnahme ein großer Schritt bei der Erweiterung der Netzdienste, die in Zukunft noch mehr Zugangsmöglichkeiten bereitstellen wollen bis hin zur Versorgung der einzelnen Haushalte mit Netzzugang und Internet, informiert Tania Velásquez, Handelsdirektorin bei Etecsa. In diesem Zusammenhang ergänzte Jorge Luis Legrá, Leiter der Strategieabteilung von Etecsa, dass sich mit der Erweiterung des Internets auch die Navigationsgeschwindigkeit in allen Internetcafés des Landes auf bis zu 2 Megabits verdoppeln könne, je nach Leistungsfähigkeit des jeweiligen Spots. Dies sei eine Voraussetzung für die geplante spätere Einrichtung weiterer Netzzugänge bis hin zur Versorgung der Häuser und Wohnungen der Bürger. Künftig bleibt es nicht bei den neuen 118 Internetcafés. Investitionen werden getätigt, um die Anzahl der Zugänge und die Anzahl der Arbeitsplätze in den Cafés von jetzt kubaweit 334 zu erhöhen.
Nach Anlaufen dieser ersten Phase werden die Ergebnisse an jedem neuen Standort ausgewertet und die Leistung der Investition bewertet. Es ist davon auszugehen, dass sich mit Ausweitung des Betriebs auch die Öffnungszeiten der Cafés und die Nutzungsgebühren anpassen werden. Gefragt nach einer Ausweitung der Navigation im Internet auch auf Mobiltelefone, antwortete Velásquez, sowohl diese Art der Nutzung als auch der kabellose Zugang seien Projekte, deren Umsetzbarkeit geprüft werde.
JR: Ist die Einführung dieser Internetdienste auch in den Jugendcomputerclubs vorgesehen?
Gegenwärtig noch nicht, denn die soziale Funktion dieser Einrichtungen entspricht nicht dem kommerziellen Charakter der jetzigen Maßnahmen. Dies schließt aber eine künftige Nutzung nicht aus, so Jorge Luis Legrá. Zu den verfügbaren Internet-Diensten gehören die Webbasierte Suche, Chat-Dienste, soziale Netzwerke, E-mail-Verkehr, Herunterladen und Versenden von Archiven in diversen Formaten. Ausgenommen ist die Internettelefonie, gemäß Resolución 120/2003 der kubanischen Telekom.
JR: sind auch kabellose Verbindungen vorgesehen?
Darlin Pérez Molinet, Leiterin der Abteilung für Produktentwicklung bei Etecsa: “Ab dem 4. Juni ist noch keine solche kabellose Verbindung möglich, aber künftig geplant.“ Zusätzliche Dienstleistungen in den Etecsa-Filialen sind das Abspeichern und Herunterladen von Informationen auf einem mobilen Speichermedium. Derzeit werden keine Computerarbeitsplätze angeboten, um etwas auszudrucken oder aufzunehmen. Der internationale Email-Account @nauta.cu sei ein Webmail-Dienst, in dem die gesendete Information gespeichert bleibt. Das Postfach hat eine Größe von 50 Megabyte. Wird durch irgendwelche Gründe oder durch Nicht-Nutzung das Email-Konto geschlossen, so bleiben die Inhalte für zwei Monate gespeichert, damit der Nutzer auch später noch einen Zugriff darauf hat. Betriebssysteme sind Windows, der Browser ist Mozilla Firefox.
JR: Hinsichtlich der Inbetriebnahme des Glasfaserkabels, welche Auswirkungen hat dieses auf die Qualität und die Ausweitung der Internetdienste in Betrieben, an Universitäten und Hochschulen, in Behörden und sozialen Einrichtungen?
Gegenwärtig verwendet Kuba sowohl das Glasfaserkabel als auch Satellitenverbindungen für Internet, Telefonie, Radio und Fernsehen. Das Unterseekabel verbessert die Qualität und Stetigkeit der Übertragungen. Noch sind aber weitere Ausbaumaßnahmen und Erweiterungen in die verschiedenen Netze und Systeme nötig, um sie dem Nutzer noch besser zugänglich zu machen. Auch sei es notwendig, die Vermarktung der Dienstleistungen parallel dazu zu entwickeln.
JR: Ist es anzunehmen, dass sich die Kosten für die Internetnutzung verbilligen werden zugunsten der kubanischen und ausländischen Unternehmen, die diese Dienste nutzen?
Wir befinden uns gegenwärtig noch in einer Erprobungsphase, was Vermarktung, Gebühren und Tarife angeht, so Tania Velásquez. Es würden verschiedene Modelle der Bezahlung erprobt. Ziel sei eine auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Option. Die Qualität der Dienstleistungen solle stetig erhöht werden, immer im Gleichschritt mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten und den machbaren Investitionen. Quelle: http://www.juventudrebelde.cu/cuba/2013-05-28/otro-paso-en-la-informatizacion-de-la-sociedad-cubana/

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.