Trauer in Maracaibo

Oppositionsproteste in Venezuela fordern zehntes Todesopfer. Zwölfjährige erliegt Verletzungen
Die gewaltsamen Ausschreitungen der rechten Opposition in Venezuela nach der Präsidentschaftswahl am 14. April hat ein zehntes Todesopfer gefordert. Wie die Tageszeitung Correo del Orinoco am Dienstag abend meldete, erlag ein zwölfjähriges Mädchen in Maracaibo ihren schweren Verletzungen. María Victoria González Báez war gemeinsam mit elf weiteren Menschen von einem Lastwagen überrollt worden, als sie in ihrem Heimatort den Wahlsieg des sozialistischen Kandidaten Nicolás Maduros gefeiert hatten. Augenzeugen berichteten, daß der Fahrer des LKW gezielt in die Menge gefahren sei. Dann stoppte er und setzte das schwere Fahrzeug zurück, offensichtlich um sicherzugehen, daß er sein Ziel erreicht hatte. Zwei Menschen starben noch an Ort und Stelle: der 24jährige Luis García Polanco und der elfjährige Rey David Chacin.

Viele Angehörige der Opfer fordern inzwischen, Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski vor Gericht zu stellen, da ihrer Ansicht nach dessen Erklärungen und die Nichtanerkennung des Wahlergebnisses die Gewalt ausgelöst hatten.

Präsident Maduro rief am Dienstag abend (Ortszeit) die Intellektuellen Venezuelas und Lateinamerikas auf, die Wahrheit über Venezuela zu verbreiten. »Die venezolanische Konterrevolution hat in einem Augenblick, in dem sie sich stark genug fühlte, ihre wahren Absichten gezeigt«, sagte er. Diese seien die der extremen Rechten, vergleichbar mit der Ideologie Nazideutschlands in den 30er Jahren, so der Staatschef weiter. »Während wir Bücher herausbringen, verbrennen sie diese; während wir das Leben und die Gesundheit des Volkes verbessern, greifen sie es an.« Deshalb befinde sich Venezuela im Kampf gegen den Faschismus, den man in der vergangenen Woche besiegt habe und immer wieder besiegen werde. (jW)
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