Protestbrief an Präsidenten des Europäischen Parlaments

wegen 41. Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung der IGFM vom 12. – 14. April 2013 im Gustav-Stresemann-Institut (GSI) in Bonn
von Josie und Dirk Brüning

Queridos y estimados:

Hiermit bringen wir Euch den Brief zur Kenntnis, den wir gestern dem Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz, dem jetzigen Schirmherrn der Jahreshauptversammlung der IGfM, geschickt haben.

Herzlich-solidarische Grüße
an Euch alle
auch von Dirk
Josie

——– Original-Nachricht ——–

Betreff: 41. Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung der IGFM –
Datum: Mon, 08 Apr 2013 16:31:48 +0200
Von: Josie und/oder Dirk Brüning
An:

41. Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung der IGFM vom 12. – 14. April 2013 im Gustav-Stresemann-Institut (GSI) in Bonn –

Sehr geehrter Herr Schulz,

leider mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass Sie als Präsident des Europäischen Parlaments und SPD-Mitglied die Schirmherrschaft der o.g. Veranstaltung übernommen haben.

Bisher kannten wir die Beteiligung an solchen, zum Unfrieden in der Welt beitragenden Machenschaften nur von der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Da wir seit über 10 Jahren im Rahmen einer internationalen Kampagne für das Bekanntwerden der Verletzungen der Menschenrechte und des Völkerrechts an den “Cuban Five” in den USA streiten, denen seit ihrer Verhaftung am 12. September 1998 in Miami bis heute ein fairer Prozess verweigert wurde, fühlen wir uns aufs Höchste alarmiert und verpflichtet, Ihre sich jetzt darstellende Informationslücke zu schließen.
Die vor über 40 Jahren, mitten im Kalten Krieg, gegründete IGfM betreibt bspw. intensive Propaganda gegen Kuba im Sinne der rechtsradikalen exilkubanischen, überwiegend in Miami ansässigen Organisationen, deretwegen Kuba bis 1999 3.478 Tote und 2.099 Schwerverletzte mit bleibenden Beeinträchtigungen aufgrund von Terroranschlägen vor der UNO beklagt hatte.

Die IGfM wird jedoch genau aus diesen Kreisen finanziert.
Offizielle, unabhängige oder wissenschaftliche Informationen werden ignoriert und verschwiegen. Aufgrund dieser auch gegen andere Länder gerichtete Praktiken verurteilte die UN-Vollversammlung die IGfM Ende der 1980er Jahre sogar wegen „dunkler und verleumderischer Desinformationskampagnen“ und entzog ihr den offiziellen Beobachterstatus. Von seriösen Menschenrechtsorganisationen wird die IGfM weder zitiert noch wird anderweitig mit ihr kooperiert.

U.a. scheint das Ziel dieser Konferenz zu sein, die seitens des EU-Parlaments geplante Revidierung des “Europäischen Standpunkts”, der zur Verstärkung der Handels- und Wirtschaftsblockade Kubas seitens der USA beiträgt, zu torpedieren.
Dank der Willfährigkeit unserer Massenmedien für antikubanische Propaganda wird auch der Fall der „Cuban Five“ erfolgreich aus den Schlagzeilen der Medien herausgehalten und halten sich die meisten unserer politischen Repräsentanten aus der BRD ihm gegenüber indifferent bis ablehnend und dies obwohl Amnesty International, mindestens 11 Nobelpreisträger, juristische Organisationen, Parlamentarier und kirchliche Würdenträger aus aller Welt den Fall beklagen und für die Freilassung der “Cuban Five” eintreten.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem spanischen EU-Fraktionskollegen Willy Meyer.

Dagegen bekommen Vertreterinnen der “Damen in Weiß”, die nachweislich für jede ihrer Demonstrationen in Kuba aus der US-Interessenvertretung und aus den o.g. exilkubanischen Kreisen bezahlt werden, hierzulande ein Forum.

Sie scheinen sich nicht zufällig auch jetzt wieder auf den “schwarzen Frühling” 2003 in Kuba zu berufen.

Die Ereignisse, die der Verhaftungswelle 2003 vorausgingen, wurden jedoch bei uns verschwiegen:

So wurden seit August 2002 bis März 2003 sieben kubanische Schiffe und Flugzeuge entführt. Die Entführer schreckten auch nicht vor Morden zurück. Wie damals bspw. in „The Miami Herald“ nachzulesen war, wurden die in Miami gelandeten Flugzeugentführer, dort als Helden gefeiert und kamen natürlich straffrei davon.

Der damalige Leiter der U.S.-Interessenvertretung in Havanna James Cason hatte „oppositionswillige“ Kubaner um sich gesammelt, um sie in ihrer subversiven Tätigkeit finanziell und mit modernsten Kommunikationsmitteln zu unterstützen. Er scheute sich auch nicht, als diplomatischer Vertreter seines Landes ganz Kuba zu bereisen, um dessen „Dissidenten“ zu organisieren. Laut Aussage des damaligen kubanischen Außenministers Felipe Pérez Roque auf der Pressekonferenz vom 9. April 2003 habe sich Cason am 24. Februar 2003 in der U.S.-amerikanischen Interessenvertretung mit einer Gruppe von „Dissidenten“ getroffen und dort „einige ungewöhnliche Erklärungen“ abgegeben, die gegen die Regierung und das Volk Kubas gerichtet waren, „Worte, die elementarsten Verhaltensregeln eines Diplomaten verletzend, einmischend, provozierend. …“

Die Proteste der kubanischen Behörden verhallten jedoch anscheinend ungehört.

Elf Einwohner Kubas, unter ihnen drei bereits wegen Mordes gesuchte Kriminelle, nutzten bspw. ebenfalls “die Gunst der Stunde” und kaperten eine nicht hochseetaugliche Barkasse in der Bucht von Havanna… Die Geiselnehmer setzten einigen der Passagiere an Bord ihre Messer an die Kehlen, um so die Volltankung der Barkasse zu erzwingen. Nachdem es einer französischen Touristin gelungen war, über Bord zu springen, konnte die Hafenpolizei die Verwirrung nutzen und die Geiselnehmer festnehmen.
Die Weltpresse ist voller Verständnis, wenn die USA nach “9/11” mit den rigidesten Kontrollmaßnahmen reagiert, aber wenn Kuba sich gezwungen sieht, sich vor Völkerrechtsverletzungen und Terroranschlägen zu schützen, entscheidet man sich dank finanzkräftiger Propaganda der Aggressoren zu deren Gunsten.

Daher möchten wir Sie dringend bitten, sich der Zusammenarbeit mit einer solchen Organisation zu verweigern.

 

Mit Dank für Ihre Aufmerksamkeit

und freundlichen Grüßen

 

Josie Michel-Brüning, Dipl. Päd. und system. Familientherapeutin i.R.

und Dirk Brüning, Dipl.-Chemieingenieur i.R.

 

 

-- 

Josie Michel-Brüning und Dirk Brüning
Jan-von-Werth-Str. 80
52428 Jülich
Tel.: ++49-2461-8571
e-mail: 
internet: www.miami5.de

c/o
¡Basta ya!
Netzwerk Cuba - Informationsbüro - e.V.
Weydingerstr. 14-16
10178 Berlin
Tel.: (030) 2400 9338
e-mail: 
internet: www.netzwerk-cuba.de
Spendenkonto: 32 33 31 00 bei der Postbank Berlin, 
         blz: 100 100 10
   Stichwort: "miami5"

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.