Kritik an Freihandelsabkommen mit Kolumbien und Peru

German-Foreign-Policy Newsletter vom 25.04.2013 – Ein strategisches Gegengewicht
LIMA/BOGOTÁ//CARACAS/BERLIN (Eigener Bericht) – Zahlreiche
Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen warnen vor der
Verabschiedung des Freihandelsabkommens der EU mit Kolumbien und Peru
nächste Woche. Es bestehe die Gefahr, dass die Handelsliberalisierung zu neuen Menschenrechtsverletzungen und zu schwersten ökologischen Schädigungen führe, heißt es in einem aktuellen Protestschreiben. Der Bundesrat wird in der kommenden Woche – als letztes deutsches Gremium – abschließend über das Abkommen beraten. Seine Zustimmung gilt als sicher. Hintergrund ist die hohe außenpolitische und wirtschaftliche Bedeutung, die dem Vertrag in Berlin beigemessen wird. Das Abkommen sichert deutschen Unternehmen einen günstigen Zugriff auf die Rohstoffe der beiden ressourcenreichen Länder und intensiviert zudem die Zusammenarbeit mit der “Pazifik-Allianz”, einem noch jungen Bündnis von vier lateinamerikanischen Staaten – darunter Kolumbien und Peru -, das als “strategisches Gegengewicht” zu dem Staatenbund ALBA
um Kuba und Venezuela eingestuft wird. ALBA sucht sich der Hegemonie
der USA und der EU zu entziehen. Die Bundesregierung hat jüngst auch
den Berlin-Besuch des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa zu
nutzen versucht, um ALBA zu schwächen. Die Umbrüche in Venezuela nach
dem Tod des populären Präsidenten Hugo Chávez gelten ihr als Chance,
den westlichen Einfluss in Südamerika zu konsolidieren.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58586

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