AUFRUF ZUM GEGENGIPFEL IN CHILE 25.-27. Januar 2013

Vom 25 – 27. Januar 2013  findet in Chile -parallel  zum offiziellen Wirtschaftsgipfel EU- CELAG – der Gipfel der Völker statt, ein Alternativengipfel für soziale Gerechtigkeit,  internationale Solidarität und  Souveränität der Völker .  Präsidenten und Wirtschaftvertreter von EU und Lateinamerika und Karibik (CELAG) kommen alle 2 Jahre zu den offiziellen Gipfeltreffen zusammen um  Handelsabkommen und Freihandelsverträge zwischen den Ländern beider Kontinente durch die Regierungen abzusegnen und  abzuschliessen. Parallel zu diesen Wirtschaftsgipfeln  organisierten die sozialen Bewegungen beider Kontinente in den letzten Jahren “Gipfel der Völker” und “Tribunale der Völker”, bei denen die betroffenen Menschen, die von den Regierungen nicht gefragt werden, zu Wort kamen. Angeklagt wurden hier die  Auswirkungen dieser  Wirtschaftsmachenschaften und ihre wahren Hintergründe.

Angeklagt wurden die kriminellen Vorgehensweisen der übermächtigen transantionalen Konzerne, die  hemmungslos die Reichtümer und Bodenschätze in Lateinamerika ausrauben und dies mit sogenannten Freihandelsabkommen  mit Hilfe der Regierungen legalisieren. Diese Verträge werden zwischen ungleichen Partnern abgeschlossen, denn die Länder Länder lateinamerikas können nicht mit den großen europäischen Konzernen konkurrieren.  Nicht die Menschen profitieren von den Investionen, wie es ihnen vorgegaukelt wird, sondern nur die  Konzerne streichen riesige Profite   ein :  die Abkommen erlauben es  ihnen, in einem faktisch ” gesetzlosen” Bereich zu  investieren, da sie sich weder an die Gesetze der EU noch Lateinamerikas halten müssen,  Hungerlöhne zahlen, kaum die soziale Sicherheit der Menschen  achten und gigantische Umweltschäden anrichten. Z.B  wurden so von Thyssen Krupp für das Stahlwerk in Brasilien Flüsse umgeleitet und mit Chemikalien vergiftetund die Existenz tausender Fischer zerstört. Massenflucht und Vereldung in den Slums der Städte sind weitere Folgen der Wirtschaftsmachenschaften.

Durch die öffentliche Anklage  der europäischen transnationalen Konzerne in Lateinamerika wurde Öffentlichkeit hergestellt und der Widerstand der Bewegungen lateinamerikas gestärkt und  vernetzt.

In diesem Sinn hat auch der Alternativengipfel in Santiago de Chile große Bedeutung

In den letzten Jahren wurden diese Protestaktionen  in Form der Gegengipfel auch von den sozialen Bewegungen Europas unterstützt: das  bi- kontinentale Netz “enlazandoalternativas”ist so entstanden und hat  von 2002 -2010 diese großen Foren in Wien, Lima und Madrid organisiert. Soziale Bewegungen Europas solidarisieren sich nicht nur mit dem Widerstand der lateinamerikanischen Bevölkerungen, es geht ihnen auch um die gemeinsame Protestorganisation gegen die europäischen Konzerne, die ihre Sitze in Europa haben und auch hier verantwortlich sind für Krise, Verarmung und Umweltzerstörung

Im Aufruf der sozialen Bewegungen von Chile heißt es : (gekürzt)

“.. es geht darum dieses Gipfeltreffen zu  hinterfragen…sowie die Absichten der Regierungen, die Investitionen der europäischen Konzerne in unseren Regionen als Ausweg aus der krise zu sehen… während gleichzeitig die Völker unserer Regionen gegen das neoliberale Modell der Ausplünderung und Ungleichheit rebellieren..”

weiter heißt es

“Die hier unterzeichnenden Organisationen rufen zu eine anderen Art von Beziehung zwischen Europa und Lateinamerika auf, die auf der der Achtung der Menschenrechte, dem Respekt vor den nationalen Souveränität basiert… Die Menschen unseres Kontinentes verlangen soziale Gerechtigkeit und eine nachhaltige Entwicklung, die alle sozialen Rechte der Menschen auf Arbeit, Umweltschutz, Bildung garantiert.

Auf dem Gipfeltreffen der Völker werden wir diese Themen und Forderungen behandeln, für die massiv auf den Strassen gekämpft wird”

DAS EINE WELT HAUS MÜNCHEN unterstützt den Aufruf und den Gegengipfel  und bittet um weitere Verbreitung und Unterstützung.

Info :

Info : ( auch deutsche Übersetzung) bei www.apc-suramerica.net/?p=5962

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