FG BRD Kuba Essen Pressemitteilung: Freiheit für die MIAMI 5 – Hasta la Victoria siempre

Essen, d. 09.12.2011

Pressemitteilung: Freiheit für die MIAMI 5 – Hasta la Victoria siempre

»Wer sind die 5 Cubaner, die seit 14 Jahren unschuldig in US-Gefängnissen inhaftiert sind?« Unter dieser Fragestellung veranstaltete die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V., Regionalgruppe Essen (FG), am 8. Dezember 2012 eine gut besuchte Informations- und Diskussionsveranstaltung. Als Vortragende konnten Josie und Dirk Michel-Brüning vom Solidaritätskomitee »Basta Ya« (www.miami5.de) gewonnen werden.

In ebenso informativer wie verständlicher Form gaben sie einen Überblick über den Fall der Fünf sowie die Hinter- und Abgründe eines der längsten Prozesse der US-Justizgeschichte, der mit Skandalen gepflastert ist.

In einer lebendigen Diskussion wurden verschiedene Aspekte des Falles ebenso diskutiert wir Möglichkeiten, Notwendigkeiten und Probleme des Kampfes um ihre Befreiung.

Beispielsweise wurde die tiefe Verstrickung der Medien in Miami und der Umstand entlarvt, dass zahlreiche Journalisten in dieser Hochburg der anticubanischen Terrorgruppen direkt von der US-Regierung dafür bezahlt wurden, vor und während des Prozesses gegen die fünf Cubaner mittels verfälschender Berichterstattung ein vorverurteilendes Klima zu produzieren. Ein einmaliger Vorgang, der vom Nationalen US-Solidaritätskomitee in akribischer Kleinarbeit aufgedeckt wurde und der nun in der juristischen Auseinandersetzung eine zentrale Rolle spielt. Dass auch die hiesigen Medien sich an der Mauer des Schweigens zu diesem Justizskandal beteiligen, ist allgemein bekannt und wurde den Anwesenden plastisch demonstriert: Während die örtlichen Zeitungen sonst Terminhinweise zu den regelmäßigen Treffen der FG veröffentlichen, wurde ausgerechnet die Ankündigung zu dieser Informationsveranstaltung nicht berücksichtigt.

Herausgearbeitet wurde der breit gefächerte Zugang zur weltweiten Unterstützungsbewegung, der von wertkonservativen, humanistisch gesinnten Menschen bis zu sozialistischen und kommunistischen Gruppen reicht und mittlerweile ein beachtliches Unterstützungspotential von international prominenten Persönlichkeiten verzeichnet, ebenso wie die Qualen, die die Angehörigen der Fünf seit 14 Jahren durchleiden.

Diskutiert wurde die These, ob es hierzulande gerade bei jungen Menschen besonders schwierig wäre, diesen den Fall der MIAMI 5 nahe zu bringen. Dies wurde mehrheitlich verneint und stattdessen darauf hingewiesen, dass hierzulande mittels der Bewußsteinsindustrie alle Altersgruppen darauf zugerichtet werden, eine Ellbogenmentalität zu entwickeln, die direkt im Gegensatz zu einem Gesellschaftsentwurf eines menschlichen, solidarischen Miteinanders, wie er bspw. in Cuba praktiziert wird, steht. Als praktisches Beispiel, dass es auch anders geht, stellte sich der Bericht von zwei anwesenden fünfzehnjährigen Gymnasiasten dar. Sie hatten in Vorbereitung der FG-Veranstaltung eigenständig recherchiert und ein Referat zum Fall der Fünf in ihrer Klasse gehalten. Dieses Referat wird in den nächsten Tagen auf www.cubafreundschaft.de dokumentiert werden.

Einig waren sich alle Anwesenden, dass der weltweite Kampf um die Befreiung der Fünf weiterhin und mit Priorität zu unterstützen sei – und zwar bis zu ihrer Befreiung, also dem, wie Che es genannt hatte, endgültigen Sieg: »Hasta la Victoria siempre«.

Dabei seien die verschiedensten Formen der Einflussnahme sowohl auf juristischem wie auf allgemeinpolitischen Terrain nötig. Beispielhaft wurde verwiesen auf eine aktuelle Aktion der FG Essen, die vom 04.-13.12.2012 am Essener Westbahnhof eine Großwerbetafel für die MIAMI 5 angemietet hat. Verabschiedet wurde eine Resolution an den US-Präsidenten Obama, der mit einem Federstrich die Fünf begnadigen und nach fast 1 ½ Jahrzehnten der Ungerechtigkeit zu ihren Familien zurückschicken könnte. Der unten angehängte Text wurde von allen Anwesenden unterzeichnet und anschließend an das Weiße Haus gefaxt.

Ehe die Veranstaltung mit dem cubanischen Nationalgericht Arroz Congri, cubanischen Cocktails sowie einer Dia-Show »Wer ist und was macht die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba in Essen?« fortgeführt wurde, gab es eine Spendensammlung für die Wiederaufbauhilfe nach dem Hurrican »Sandy« der in Cuba verheerende Auswirkungen hatte, die € 157,- ergab.

Eine Photogalerie der Veranstaltung kann unter http://www.cubafreundschaft.de/Home/home.html#Photogalerie8.Dez.M5 angesehen werden.

Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V., Regionalgruppe Essen

i.A. Heinz-W. Hammer, Vorsitzender

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Dokumentiert: Fax an US-Päsident Barack Obama

Essen, d. 08.12.2012

Herr US-Präsident Obama,

am 13. November 2012 wurde bei der UN-Generalversammlung zum 21. Mal in Folge die Blockade Ihres Landes gegen Cuba verurteilt. 188 von 193 Mitgliedstaaten haben von den USA verlangt, »endlich den Willen der Generalversammlung zu respektieren« (Joseph Goddard, Barbados) und die völkerrechtswidrige Blockade, die 1960 mit dem Ziel verhängt wurde, »durch Schwächung der Wirtschaft ein niedriges Einkommensniveau herbeizuführen, Hunger, Elend und Verzweiflung zu erzeugen und so zum Sturz der Regierung beizutragen« und deren Anwendung während Ihrer Amtszeit sogar noch verschärft wurde, unverzüglich zu beenden.

Der cubanische Außenminister Bruno Rodríguez erklärte zum Abschluss der 13stündigen Debatte, dass Sie, Herr Präsident Obama, der Sie bereits vor Ihrer ersten Wahl eine weniger aggressive Politik gegen Cuba angekündigt hatten, nun in Ihrer zweiten Amtszeit »die letzte Chance zum Nachweis seiner Glaubwürdigkeit« habe.

Obwohl Ihr Botschafter bei den UN, Ronald Godard, und der Sprecher Ihres Außenministeriums, Mark C. Toner, umgehend betonten, dass die USA sich auch an diesen UN-Beschluss nicht halten wollen, so sind Sie, Herr Obama, der US-Präsident und Comander in Chief und haben als solcher verfassungsrechtliche Privilegien. Zu diesen Privilegien gehört auch, dass Sie mit einem Federstrich die fünf seit nunmehr 14 Jahren unschuldig inhaftierten Cubaner René González, Ramón Labañino, Antonio Guerrero, Fernando González und Gerardo Hernández endlich freilassen und zu ihren Familien zurückkehren lassen könnten. DIES wäre ein tatsächliches Signal an die Welt, dass Sie es mit Ihrer vor vier Jahren verkündeten Absicht, die Beziehungen zu Cuba zu normalisieren, wirklich ernst meinen.

Von der heutigen Solidaritätsveranstaltung der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V., Regionalgruppe Essen, für die CUBAN 5 fordern wir Sie mit unserer Unterschrift auf, von diesem Recht als US-Präsident Gebrauch zu machen und diese unschuldigen Männer sofort freizulassen – YES, YOU CAN – FORWARD!

Unterschriften

Mr. US President Obama,

On November 13, 2012, on occasion of the UN General Assembly, the blockade against Cuba has been condemned for the 21st time in succession. 188 out of 193 member states have urged the United States, “to heed the calls of the international community” (Joseph Goddard, Barbados) for Immediately putting an end to the blockade against Cuba, which had been imposed in 1960 and since then, in violation of international law, had brought “fundamental unjustness” to Cuba with the objective of “weakening its economy, reducing its income, inducing hunger, creating misery and desperation and this for contributing to the overthrow of the Cuban government”, and the application of this has been tightened during your term in office.

At the end of the 13-hour course debate the Cuban foreign minister, Bruno Rodríguez, explained that you, Mr. President Obama, who had announced a less aggressive policy against Cuba already in his first election campaign would have “the last chance to prove his credibility” in your second term.

Although, your Ambassador in the UN, Ronald Godard, and the spokesperson of your State Department, Mark C. Toner, immediately stressed that the United States would not keep to this UN decision either, you, Mr. Obama, are the US President and Commander in Chief, who has the respective constitutional privileges. These are including your authorization – only by one strike of a pen – to pardon the Cuban Five, unjustly imprisoned since more than 14 years: At long last, please, let René González, Ramón Labañino, Antonio Guerrero, Fernando González and Gerardo Hernández be free and return to their families. THIS would be a real signal to the world, that you had meant your announced purpose to normalize the relations to Cuba seriously and in all honesty.

Today, we urge you from the solidarity event of the Cuba Friendship Association, regional chapter, Essen, by our signatures below for applying your prerogative right as the President of the United States to release these innocent men immediately – YES, YOU CAN – FORWARD!
Signatures:

FG BRD-Kuba e.V., Regionalgruppe Essen, www.cubafreundschaft.de,

c/o Heinz-W. Hammer, Holtener Straße 2, 45143 Essen, Tel. & Fax: 0201 – 622 630

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