„Empört über Cuba-feindlichen Einheitsbrei in den Medien“

Pressemitteilung des Vorstands des Netzwerk Cuba -informationsbüro- e.V.

7. August 2012

Der kürzliche Verkehrsunfall des cubanischen Systemgegners Payá und dessen mediale Resonanz im deutschen Medien offenbart exemplarisch, wie stark Schwarz-Weiß-Malerei und blinde, uninformierte Cuba-Feindlichkeit noch immer vorherrschen, und der Kalte Krieg gegen Kuba noch immer nicht überwunden ist. Schlagzeilen wie „Mysteriöse Umstände – Regimekritiker stirbt bei Autounfall“ und „Inselstaat ohne Freiheit – Führender Dissident Kubas getötet“ selbst in sogenannten seriösen Tageszeitungen belegen diesen Missstand.

Der Vorstand des Netzwerks Cuba, einer Vereinigung von über 40 Kuba-Solidaritätsgruppen der BRD, weist daraufhin, dass in sämtlichen Zeitungsartikeln hierzu lediglich zwei Quellen zitiert wurden: die Katholische Nachrichtenagentur KNA und die IGfM (Internationale Gesell­schaft für Menschenrechte). Letztere ist für ihre notorische Unseriosität und ideologischen Manipulationen berüchtigt und wird daher von allen fundiert arbeitenden Menschenrechts­organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch gemieden, ja sie wurde von der UN sogar ausgeschlossen. Offensichtlich ungeprüft haben Redaktionen deren „Mel­dungen“ übernommen. Demgegenüber wurden keine seriösen Quellen zitiert, geschweige denn Beweise der cubanischen Behörden zu dem Autounfall einbezogen. Redaktionen soll­ten – so die Forderung des Netzwerks Cuba, zum Thema Cuba künftig andere Quellen konsultieren wie z.B. Prensa Latina oder das Nachrichtenportal amerika21.

Das Strickmuster solcher Negativmeldungen gegen Cuba wiederholt sich: nur Systemgegner und deren Angehörige bzw. rechtskonservative Politiker und Medien werden zitiert, und zu­dem werden wesentliche Fakten verschwiegen. So auch hier: der Kontext der Autoreise von Payá wurde NICHT erwähnt. Demnach waren neben einem zweiten cubanischen System­gegner noch ein Mitglied der spanischen rechtsextremen PP und ein schwedischer Rechts­konservativer in dem Unfallauto. Der Spanier wird wegen „fahrlässiger Tötung“ angeklagt, da er zu schnell gefahren sei und nach eigenen Angaben, die Kontrolle über den Wagen verlor, “nachdem wir auf eine Schotterstrecke gefahren sind”. Die AFP meldete am 31. Juli 2012: »Die europäischen Begleiter des tödlich verunglückten cubanischen Regierungsgeg­ners Oswaldo Payá haben erklärt, dass er Opfer eines normalen Verkehrsunfalls wurde.«

Verschwiegen wird zudem, wie eng die Kooperation von Payá mit ausländischen Gegnern des heutigen Cuba war, dass er sich von westlichen Antikommunisten und Cubafeinden aushalten und benutzen ließ. Sie wollten eine „christliche Jugendgruppe“ gründen, hatten dafür 4.000 Euro dabei, und dies sollte künftig Teil der Systemopposition sein.

Zusätzlich zu den bösartigen Unterstellungen in vielen Medien unseres Landes, so der Netz­werk-Vorstand, werden solche Subversionen und Aggressionen westlicher Mächte und ins­besondere der USA gegen Cuba bewusst unterschlagen. Die Medien dürfen dieses teil­weise imperialistische und rassistische „Spielchen“ gegen Cuba nicht länger mitmachen!

 

Für Rückfragen: Dr. Edgar Göll    0157-8242 1146

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