Erneute Klagen gegen BASF und Shell in Brasilien

Pressemitteilung des Lateinamerika-Portals amerika21.de 2.3.2012

Brasília, 2.3.2012. Ehemalige Angestellte einer Pflanzenschutzmittelfabrik im brasilianischen Paulínia haben erneut Klage gegen BASF und Shell eingereicht. Dies berichtet das Lateinamerika-Portal amerika21.de unter Berufung auf brasilianische Medien. BASF und Shell sind die vormaligen Eigentümer des Werks, das wegen Umweltverseuchung verurteilt wurde und seit zehn Jahren still steht. Die ehemaligen Arbeiter der Fabrik werden von Krankheiten geplagt. Sie fordern nun vor Gericht die Umsetzung eines Urteils aus dem vergangenen Jahr, nach dem BASF und Shell die Kosten für die medizinische Behandlung aller Betroffenen zu tragen hat.

Am gestrigen Donnerstag hatte das Handelsblatt berichtet, das BASF Shell in Brasilien wegen der Umweltschäden des Werks Paulínia verklagt habe. Demnach soll das Gericht feststellen, dass Shell sämtliche Schäden zu ersetzen habe, die auf die Verseuchung am Standort zurückzuführen sind.

Im vergangenen Jahr war der deutsche Chemiekonzern BASF zusammen mit dem Erdölkonzern Shell von einem brasilianischen Arbeitsgericht im Bundesstaat São Paulo in dritter Instanz zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 1,1 Milliarden Reais (umgerechnet 480 Millionen Euro) verurteilt worden. Die ehemalige Pestizidfabrik in Paulínia (117 km von São Paulo entfernt) gehörte in den 1970er Jahren zu Shell. Damals waren Arbeiter und Anwohner durch das Grundwasser verseucht worden, das mit mit krebserregenden Stoffen durchsetzt war.

Mehr Informationen: http://amerika21.de/nachrichten/2012/03/49144/klage-basf-shell

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