2 Veranstaltungen in Hamburg – 17.3. und 28.3.

Betreff: 2 Veranstaltungen in Hamburg – 17.3. und 28.3.

Liebe Aktive in Hamburg für eine bessere Welt,

Ich möchte euch gerne ein paar persönliche Erfahrungen mitteilen, um euch eine Anregung zu geben, an folgenden zwei Veranstaltungen in Hamburg teilzunehmen.

1. An der Kundgebung für die Freilassung von fünf cubanischen politischen Gefangenen am kommenden Samstag, 17. 3. um 14.00 Uhr vor der US-Botschaft am Alsterufer 27 (bzw. bereits um 12.00 Uhr Infostand am Gänsemarkt). Cuba Sí Hamburg und Die Partei Die Linke Hamburg hat hierzu u.a. mit aufgerufen.

2. Am 28.3. um 19.30 Uhr an einer Veranstaltung im Rahmen der Romerotage in der Werkstatt 3 mit Norman Paech zum Thema „Wer sind die wahren Terroristen?“ und dem vielfach ausgezeichneten Film »Will the Real Terrorist Please Stand Up?« von US-Regisseur Saul Landau.

2010 war ich in Straßburg im europäischen Parlament und habe dort zwei der Ehefrauen der Gefangenen erlebt. Sie haben ihre Männer seit dreizehn Jahren nicht gesehen, weil ihnen von den Vereinigten Staaten das Einreisevisum verweigert wird. Mich hat ihre Haltung und wie sie ihre Situation beschrieben haben sehr beeindruckt und ich habe begonnen, mich näher mit dem sehr detailreichen Fall zu befassen. Und je mehr Details ich erfuhr, um so empörter wurde ich. Auf Exilkubaner in Miami, die Verbrechen verüben. Auf Politiker, die sie decken und anstiften. Auf FBI und CIA, die sie finanzieren. Auf eine Justiz, die nichts dabei findet, wenn Geschworene selektiert und bedroht werden. Auf eine Presse, die darüber schweigt oder sich für eine falsche Berichterstattung kaufen lässt.

2011 bin ich dann in den Vorstand des Netzwerkes Cuba gewählt worden und habe dort die Aufgabe übernommen, die Solidarität für die fünf Gefangenen fürs Netzwerk zu koordinieren. Im November war ich in Holguin, eine Stadt im Osten Cubas, wo sich seit einigen Jahren jedes Jahr Vertreter der weltweiten Solidaritätsbewegung versammeln, um sich auszutauschen, Aktionen zu koordinieren und den Angehörigen Mut und Kraft zu geben. Ich habe gestaunt, wie groß und vielfältig die Solidaritätsbewegung für diese Gefangenen ist. Die Cuban 5 haben eines geschafft – Menschen, die eine bessere Welt schaffen wollen und ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden haben, zu vereinen: ob Marxisten, Kommunisten oder Sozialdemokraten, Christen der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen, Muslime und Buddhisten. Für die Befreiung der Cuban 5 arbeiten derzeit Menschen in 334 Komitees in 113 Ländern der Welt.

Ich habe in Holguin Menschen erlebt, die durch Terroraktionen der Miami-Maffia ihren Vater oder ihren Sohn verloren haben. Ich habe mit Erschütterung die Erzählungen eines Folteropfers gehört. Und dennoch war da keine Mutlosigkeit. Im Gegenteil. Das Vertrauen in die Stärke der Solidarität war überall spürbar.

Seit ich in Holguin erlebt habe, was Solidarität sein kann, lässt mich die Frage nicht los, warum es in Deutschland so schwer geworden ist, sozial und solidarisch zu handeln. Es wird viele Gründe haben. Unsere Geschichte, die immer noch eine geteilte ist. Die vernichtende Niederlage der Arbeiterbewegung durch den Sieg des Nationalsozialismus und ihre moralische Niederlage durch den Stalinismus. Die Gesetze des Marktes, die Konkurrenz bedeuten. Die Arbeiter, die ihre Haut zu Markte tragen, haben zwar über die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung dagegen ihre solidarischen Strukturen entwickelt, aber diese werden zunehmend durch Spaltung und Fragmentierung in Frage gestellt. Die Herrschaft des Neoliberalismus hat Lebensverhältnisse und Alltag verändert, Menschen werden nur noch danach beurteilt, ob sie nützlich und effizient sind. Banken, Börsen und Finanzmarkt bestimmen und instrumentalisieren den Staat. Die Verhältnisse werden undurchschaubar, die Ungleichheit wächst und auch das Gefühl der Machtlosigkeit. Das gesellschaftliche Zusammenleben wird miniminiert. Die Eliten sind zunehmend schwachen Gruppen gegenüber menschenfeindlich eingestellt. Alle Werte und Übereinkünfte der Nachkriegszeit werden in Frage gestellt – ja selbst die Demokratie. Es herrscht Gier und Unbarmherzigkeit.

Da ist es einfach ein gutes Gefühl, dass ein Land weiterhin Werte wie Menschlichkeit, solidarische Hilfe für andere, Gesundheit und Bildung für alle, humane Arbeitsbedingungen, Entwicklung der Demokratie und Nachhaltigkeit propagiert. Vertreter der kommunistischen Partei Cubas haben mir im Februar versichert, dass ihr Weg ein sozialistischer bleiben wird. Aber wir sollen keine Wunder erwarten.

Für diesen Weg Cubas stehen die fünf politischen Gefangen. Sie sind stellvertretend eingesperrt. Wenn sie sich von ihrem Land abwenden würden, wären sie längst frei. Und darum sollte jeder, der für eine andere, bessere Welt kämpft, mit uns gemeinsam am Samstag die Freilassung der fünf politischen Gefangenen fordern.

Brigitte Schiffler
Cuba Sí Hamburg

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