Völkerrechtsverletzung hinter Spaßfassade – Barcadi

Edgar Göll
“Völkerrechtsverletzung hinter Spaßfassade” in Wochenzeitung FREITAG, Nr. 7, 16. Februar 2012, S. 20
Leserbrief
Zu Freitag, 3.2.2012, S.26, Juliane Löffler „Nur nicht über den roten Teppich“
(http://www.freitag.de/alltag/1204-nur-nicht-ueber-den-roten-teppich)

Den Beitrag über die coole Partymasche der US-Firma Bacardi in Berlin fand ich zwar informativ, doch indem die rechtskonservativen Machenschaften von Bacardi völlig ignoriert werden, wird uns LeserInnen ein zentraler Aspekt des Unternehmens vorenthalten. Hinter der Spaßfassade verbergen sich z.B. skandalöse Aggressionen von Mitgliedern der Unternehmensleitung in den USA gegen Kuba, dem Herkunftsland des Rums, mit dem Bacardi so fröhlich Profite einfährt. Intensive Lobbyarbeit bei Präsidenten und Abgeordneten in Washington führten zu völkerrechtsverletzenden kubafeindlichen US-Gesetzen unter Bush und Clinton. In einem Papier von 1990, welches auch Aktionäre und Vorstandsmitglieder von Bacardi aufführt, heißt es nach der Aufzählung antikubanischer Pläne: „Wir schrecken vor nichts und niemandem zurück. Wir wünschen es zwar nicht, aber wenn Blut fließen muss, so soll es fließen.“ Vergessen wurde leider auch, dass Bacardi Anklagen wegen unrechtmäßiger Verwendung des Markennamens in den USA verloren hat – z.B. vor der WTO.
Dr. Edgar Göll

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.