Peru: Bedrohte Helfer

Im peruanischen Cajamarca werden Spenden für die Opfer der Polizeigewalt gesammelt
Anne Grit Bernhardt, Cajamarca
Wilson Malaver Acuña sieht die Bilder noch genau vor sich: »Wir waren an den Seen, als die Polizei uns mit Tränengasgranaten attackierte. Wir wollten sehen, was los ist, warum sie uns angreifen, aber das Gas brannte in den Augen, ließ sie tränen, raubte uns den Atem. Dann begann die Polizei, mit ihren Waffen auf uns zu schießen, nicht mit Gummikugeln, sondern mit echten.« Auf eine Krücke gestützt nahm er am vergangenen Freitag in der Provinzhauptstadt Cajamarca im Norden Perus am ersten Benefizkonzert für die während der Auseinandersetzungen um ein Goldminenprojekt verletzten Demonstranten teil. »Ich wurde von einer Kugel getroffen. Ich verlor sehr viel Blut. Andere Demonstranten kamen und legten mich auf einen Poncho, um mich in die Stadt zu bringen. Da sah ich, daß die Polizei auf einen meiner Helfer schoß. Er blutete, und trotzdem half er mir«, erzählt Wilson, den Tränen nahe. »Als ich in Cajamarca im Krankenhaus ankam, fehlte mir sehr viel Blut. Ich war in einem sehr schlechten Zustand. Doch dank der Hilfe solidarischer Compañeros, die mich mit allem versorgten, was ich brauchte, kann ich heute wieder laufen. Noch bin ich nicht ganz gesund, aber es geht mir schon viel besser. Und ich bin bereit, wieder zu den Bergseen zu gehen und weiter zu kämpfen, um diese Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu verhindern.«

http://www.jungewelt.de/2012/01-26/017.php

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