Chilenische Aktivisten beginnen Europa-Rundreise

Pressemitteilung des Lateinamerika-Portals amerika21.de

Chilenische Aktivisten beginnen Europa-Rundreise

Berlin, 27.1.2012. Drei führende Aktivisten der andauernden Protestbewegung aus Chile starten am heutigen Freitag eine Rundreise durch Europa. Zum Auftakt äußerten sich Camila Vallejo, Karol Cariola und Jorge Murúa in einem Exklusivinterview mit dem Lateinamerika-Portal amerika21.de zu der Motivation ihrer Rundreise.

“Es geht uns darum, die Vielfalt der chilenischen Protestbewegung darzustellen”, sagte Camila Vallejo, die als “Gesicht” der Protestbewegung weltweit bekannt geworden ist. Chile sei immer als “Beispielmodell” für Lateinamerika dargestellt worden, so die aktuelle Vizepräsidentin den chilenischen Studentenverbandes FECH. Im Land bestehe jedoch nach wie vor eine “von der Diktatur geerbte politische Institutionalität”. Es gehe daher auch um einen Wandel in der politischen Kultur Chiles.

Auch Karol Cariola beschreibt die Bewegung als Höhepunkt eines langen Prozesses, der 2011 begann. “Es geht auch darum, die Arbeitsbedingungen der Jugend und die Überausbeutung der natürlichen Ressourcen des Landes zu thematisieren”, sagte die Generalsekretärin der Kommunistischen Jugend Chiles (JJCC).

Jorge Murúa, Vorstandsmitglied der Metallarbeitergewerkschaft CONSTRAMET und des chilenischen Gewerkschaftsbundes CUT, sieht eine Analyse der Proteste als reine Bildungsproteste als verkürzt an. An den Massendemonstrationen hätten sich schließlich auch viele Arbeiter, Umweltaktivisten und Vertreter anderer sozialer Bewegungen beteiligt, so der Gewerkschafter.

Gleichzeitig betonte auch er, dass man auch 20 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur mit “strukturellen Problemen” dieser Zeit zu kämpfen habe. So gebe es weiterhin Folter und illegale Verhaftungen von Aktivisten.

mehr über die Rundreise: http://amerika21.de/nachrichten/2012/01/46493/europa-reise

mehr über die Proteste in Chile: http://amerika21.de/geo/chile


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