ila 348 September 2011 Schwerpunkt: Sumaq kawasay * Buen Vivir * Gutes Leben

aus dem Editorial:

Sumaq kawsay, buen vivir, Gutes Leben – wer wollte das nicht? So wundert es nicht, dass das in Lateinamerika diskutierte Konzept des buen vivir auch in Europa zunehmend auf Resonanz stößt. Doch was wird darunter verstanden? Auch wenn die Assoziation nahe läge, gehe es nicht um das, was in Italien dolce vita (süßes Leben) genannt wird, also primär ein auf Genuss ausgerichtetes Leben, meinte einer unserer Autoren. Sicher hat Genuss im buen vivir seinen Platz, aber anders als beim dolce vita ist es explizites Ziel, dass alle Menschen am guten Leben partizipieren können. Gemeint sind also ein politisches Modell und eine soziale Praxis, die die ökonomischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Menschen befriedigen und im Einklang mit den ökologischen Bedingungen stehen. Buen vivir versteht sich ausdrücklich als Gegenentwurf zu einem einseitig wachstumsorientierten Entwicklungsbegriff.

Darin enthalten ist auch ein spannender Artikel zu Cuba:

Hierarchisierung des Gemeinwohls auf Kosten des Eigennutzes

Cuba hat als bisher einziges Land weltweit hohe Sozialstandards und einen niedrigen CO2-Austoß zusammengebracht

von Franco Weiss

Kommentare

ila 348 September 2011 Schwerpunkt: Sumaq kawasay * Buen Vivir * Gutes Leben — 1 Kommentar

  1. Vielen Dank an Franco Weiss für diesen Beitrag zur Aufklärung über Kubas aktuelle gesellschaftliche Situation, dessen Stärken und Schwächen, einschließlich des historisch-politischen Hintergrundes und der Prioritäten, die es sich im Interesse nicht nur seines Überlebens setzt.
    Ich, jedenfalls, werde bemüht sein, diesen Artikel griffbereit zu haben, um im “Eifer des Gefechtes” argumentieren zu können.

    Bleibt nur noch als Krönung des Ganzen und Beleg für Kubas Zwangslage zu sagen, dass Kuba seit über 50 Jahren Terroranschlägen seitens paramilitärischer exilkubanischer Organisationen ausgesetzt war (und bis heute vor solchen auf “Hab-act-Stellung ist), die es 2001 vor der UN-Menschenrechtskommission mit 3.478 Toten und 2.099 Schwerverletzten bis 1999 belegen konnte, als die “Cuban Five” im Juni 2001 nach 17-monatiger Isolationshaft tatsächlich wegen ihrer Versuche, diese “diskret” zu verhindern (über 170 davon konnten sie nachweislich verhindern) , von 15 Jahren bis zu zwei Mal Lebenslänglich + 15 Jahren US-Gefängnishaft verurteilt wurden.