Entwicklungsminister Niebel brüskiert Ecuador

Entwicklungsminister Niebel brüskiert Ecuador

Berlin. Der deutsche Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, weigert sich trotz konträrer Positionen aller Bundestagsfraktionen und andrer Ministerkollegen, mit Vertretern Ecuadors über das Umweltschutzprojekt Yasuní-ITT zu verhandeln. Wie amerika21.de aus Regierungskreisen in Quito erfuhr, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch kurzfristig ein Treffen mit einer hochrangigen Delegation aus dem südamerikanischen Land ab. Die Abordnung unter Leitung der Diplomatin Ivonne Baki hält sich derzeit zu Gesprächen in Berlin auf. Im Entwicklungsministerium (BMZ) wurden die Unterhändler lediglich von mittleren Funktionären empfangen.

Bei der Initiative geht es darum, rund 850 Millionen Barrel Erdöl unter dem Regenwald zu belassen. Die Konsumentenstaaten sollen die Hälfte des zu erwartenden Gewinns in einen Treuhandfonds unter UN-Verwaltung einzahlen. Deutschland hatte sich ursprünglich zu Beitragszahlungen von 48 Millionen Euro pro Jahr auf einen Zeitraum von 13 Jahren verpflichtet. Minister Niebel blockiert diese Zusage jedoch seit vergangenem Herbst.

(a21) – amerika21.de – 27.05.2011

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